Mit Pauken und Trompeten seit 1960


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Von Sebastian Schinhammer - Donauzeitung - 21.03.2010

Eingefroren. Die Blechblasinstrumente ließen sich nicht mehr spielen. So eisig kalt war es. Selbst mitgebrachter Schnaps zum Reinigen der Instrumente brachte keine Besserung. Kein müder Ton ließ sich aus der Tuba entlocken. Beim Lauinger Narrensprung 1986 konnten die Mitglieder des Wittislinger Musikvereins nicht auftreten. Chronist Xaver Aubele erzählte solche Anekdoten bei der Feier des 50-jährigen Bestehens des Musikvereins Wittislingen. Der Festakt fand am vergangenen Samstagabend in der gut gefüllten Aula der Volksschule statt.
Großes Engagement
Vorsitzender Paul Seitz lobte in seiner Rede das ehrenamtliche Engagement seiner Mitglieder. Ohne viele tausend Stunden Arbeit, die in 50 Jahren zusammengekommen seien, gäbe es den Verein nicht. Er hofft, dass es mit dem Engagement die nächsten 50 Jahre auch noch so gut klappe. „Die Tradition verpflichtet uns, dass wir weitermachen.“ Der Verein habe auch einen gesellschaftlichen Auftrag: Bei offiziellen Anlässen präsent zu sein und sich in die Gemeinde einzubringen. Ein Problem sei allerdings der Nachwuchs. Bei so vielen verschiedenen Freizeitaktivitäten sei es immer schwerer, das Erlernen eines Instruments attraktiv zu halten. Außerdem hinterlasse der demografische Wandel seine Spuren. Seitz sagt: „Wir sind froh um jedes weitere Mitglied.“
Einer der Gratulanten war Bürgermeister Roland Hörl. Die Gemeinde wolle den Verein weiter unterstützen. Im Gemeinderat sei beschlossen worden, dass die Miete für das Musikerheim bis 2012 erlassen werde. Die Bedeutung des Musikvereins für die Marktgemeinde verdeutlichte Hörl mit der Frage: „Was wäre Wittislingen ohne seine Musikkapelle?“ Weiterhin beglückwünschten Georg Heiler, 2. Vorsitzender des Musikvereins Egautal Dattenhausen, und Armin Dauser, Vorstandsmitglied von „Frisch auf“ Reistingen die Jubiläumskapelle. Zusammen mit den Wittislingern betreiben die beiden Vereine die Jugendkapelle „Junge Egautaler“. Die Nachwuchsmusiker untermalten den Festakt mit flotten Stücken, wie zum Beispiel „Phantom of the Opera“.
Roland Grandel, Bezirksvorsitzender des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes, pries den Musikverein als „wichtigen Kulturträger“ in der Gemeinde. Ebenso warb er dafür, Jugendliche für die Blaskapelle zu begeistern. Es sei eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, bringe Freude und stärke das Sozialverhalten. „Blasmusik ist ein Stück gelebte Heimat.“ Anschließend ehrte er zahlreiche verdiente Mitglieder des Musikvereins.
Auch Konzert für Kartei der Not
Chronist Aubele stellte den Gästen zum Ausklang des Abends einige Höhepunkte der Vereinsgeschichte vor. Darunter war 1969 das Kirchenkonzert zusammen mit dem Wittislinger Gesangverein in der Pfarrkirche. Im Herbst 1983 spielten alle Musikvereine der Verwaltungsgemeinschaft Wittislingen in der Dreifachsporthalle zugunsten der Kartei der Not.

Weitere Bilder findet Ihr im ---> Fotoalbum
Ebenso einen Bericht aus der DZ über unseren Ehrendirigenten und Gründungsmitglied
Hugo Müller.<---

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